Das Gründungsprotokoll berichtet: (1. Schriftführer war Josef Feser)
Am 5. April 1903 versammelten sich im Gasthaus Sonne in Oberglottertal, 18 junge Männer um einen Gesangverein in's Leben zu rufen.
Nicht leicht war dieses Vorhaben durchführbar, indem von "höheren 0rt's im Tale" gegen das Bestreben Front gemacht wurde und weil das in der hiesigen Bevölkerung wurzelnde Vorurteil gegen jede Neuerung in kräftige Wirkung trat.
Doch das Gute bricht sich Bahn, und so konnten noch so bedeutende Hemmnisse der Gründung des Vereins keinen Einhalt tun. Die jungen Leute waren in Bezug auf ihr Vorhaben einig und es wurde beschlossen, dem Verein unter allen Umständen treu und unentwegt beizustehen.
Unter Mitwirkung des H. Hauptlehrer Marzluf, Oberglottertal, wurden die Statuten entworfen, genehmigt von den versammelten Mitgliedern, und am 7. April 1903 dem Großherzoglichen Bezirksamt zur gütigen Genehmigung vorgelegt.
Bei der Gründung des Vereines wurde beschlossen, dem Verein den Namen "Sängerbund Glottertal" zu benennen.
Die erste Probe wurde am 18. April 1903 mit 22 Männern abgehalten. Die Genehmigung der Statuten erfolgte am 29. April 1903 durch das Großherzogliche Bezirksamt in Waldkirch.
Gründungsvorsitzender war August Linder,
Dirigent Hauptlehrer Marzluf.

15.09.1903
Eine erste Veranstaltung wird in einem Zeitungsbericht zur Feier "zum hohen Geburtstag Sr. königlichen Hoheit des Großherzogs" beschrieben.

1904
Zwei Veranstaltungen wurden in Zeitungsberichten erwähnt.

20.03.1904
Erste Hauptversammlung nach der Gründung.
Kassenbestand Mark 94.41,
Dirigentenhonorar Mark 1.- pro Probe.

14.09.1913
10-jähriges Jubiläum mit erster Fahnenweihe.

20.03.1914
Für die Zeit des 1. Weltkrieges liegen keine Eintragungen vor
(die Seiten wurden aus dem Protokollbuch entfernt).

1923
Der Chor hat wieder 19 Sänger.

01.05.1925
Die Chorstärke ist auf 36 Sänger angewachsen.

1926
Josef Bitsch wurde neuer Dirigent und leitete den Chor 11 Jahre.
Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

10.06.1926
"Sängerwettstreit" in Elzach. Der Chor ersang einen 2. Preis.

01.07.1928
Zum 25jährigen Jubiläum kamen elf auswärtige Chöre zum Gratulieren.

1932
Der Verein hat 32 Sänger.

15.11.1933
Es wird festgestellt, dass der Vorsitzende jetzt Vereinsführer genannt werden muss. Er und der Dirigent wurden Mitglieder im "Kampfbund für deutsche Kultur". Der Beitritt des Gesamtchores wurde nochmals zurückgestellt.

1935
Der Chor beteiligt sich mit 28 Sängern beim Badischen Sängerbundesfest in Karlsruhe.

08.07.1937
In einer außerordentlichen Sitzung wurde der gewählte Vereinsführer vom Ortsgruppenleiter nicht anerkannt. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen. Es wird von der schwersten Vereinskrise berichtet.

1939/1940
Im Jahresbericht wird gemeldet: Das verflossene Vereinsjahr führte infolge des Krieges nach Weihnachten zur Stilllegung der gesanglichen Tätigkeit. Zum Heer sind bis heute acht Sänger eingezogen worden. Die Kasse ist in Obhut des Vereinsführers.

1947
Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg mit 38 Sängern.

24.10.1948
Erstes Chorkonzert nach dem Kriege in Glottertal.

1950
Der Verein hat 41 Sänger.

1951
Eine lange Ära kontinuierlicher Vereinsarbeit begann.
Hans Prögel (bis 1967) als Vorsitzender bis zu seinem Tode und Paul Meybrunn aus Hochdorf (27 Jahre Dirigent bis 1978) begannen ihre Tätigkeit. Paul Meybrunn starb 1980.

06.-08.06.1953
50·jähriges Jubiläum mit 20 Gastchören. Hugo Kapp wurde zum Alterspräsidenten, Josef Würzburger zum Ehrenvorsitzenden und Josef Linder zum Ehrenmitglied ernannt.

19.05.1957
Beteiligung beim Liederfest des Breisgauer Sängerbundes mit allen Meybrunn-Chören im Stadttheater Freiburg.

30.08.-01.09.1958
55-jähriges Jubiläum mit zweiter Fahnenweihe.

21.08.1960
Beteiligung beim Wertungssingen in Kenzingen mit den Noten gut und sehr gut.

25.11.1962
Zum 100-jährigen Jubiläum des Breisgauer Sängerbundes sang der Chor in der Stadthalle Freiburg.

20.-22.07.1963
Zum 60-jährigen Jubiläum kamen 15 Gastchöre. Es gab einen großen Festzug durchs Glottertal.

24.02.1967
Hanspeter Prögel wurde neuer erster Vorsitzender. Seine Amtszeit dauerte 35 Jahre bis 2002.

29.06.1968
Musikalischer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Beteiligung beim deutschen Bundessängerfest in Stuttgart. Die vereinigten Meybrunn-Chöre (230 Sänger) gaben auf dem Killesberg in Anwesenheit des Komponisten Paul Zoll ein Konzert seiner Werke unter dem Titel "Stimmen der Völker". Wegen des großen Erfolges wurde eine Schallplatte in zwei Auflagen herausgebracht.

17.-19.08.1968
29 Gastchöre kamen zum 65 jährigen Jubiläum zum Festzug.

09.05.1970
Beteiligung beim Liederfest des Badischen Sängerbundes in Lörrach.

04.09.1971
Paul Meybrunn wird Ehrendirigent.

30.04.1972
Beteiligung beim Wertungssingen in Gundelfingen.

05.-06.1973
Zum 70-jährigen Jubiläum haben wir ein Wertungs- und Kritiksingen in Glottertal ausgeschrieben. Elf Chöre nahmen daran teil.

1974
Der 1969 gegründete Kinderchor besteht fünf Jahre.

10.05.1975
Beteiligung beim Liederfest des Badischen Sängerbundes in Mannheim.

18.06.1977
Paul Meybrunn erhält das Bundesverdienstkreuz in Glottertal.

30.06.-03.07.1978
Zum 75-jährigen Jubiläum kamen 27 Gastchöre. Es gab am Sonntag einen großen Festzug. Am Montagabend füllte "Heino" das Festzelt.

05.01.1979
Joachim Nopper wird neuer Dirigent.

28.10.1980
Der Tod von Paul Meybrunn löst große Trauer aus.

25.04.1982
Beteiligung beim Kritiksingen in Freiamt.

19.11.1983
Zum 80-jährigen Jubiläum gab der Chor ein Kirchenkonzert für die Renovation der Orgel in der Katholischen Kirche (Erlös DM 1676.-).

29.03.1987
Beteiligung beim Kirchenkonzert in Elzach zum 125jährigen Jubiläum des Breisgauer Sängerbundes.

18.12.1988
Joachim Nopper war zehn Jahre Dirigent beim Sängerbund. Feier mit einem Wunschkonzert in der Eichberghalle.

21.04.1991
Teilnahme beim Kritiksingen in Windenreute.

27.03.1993
Kirchenkonzert zum 90—jährigen Jubiläum.

01.07.1995
Christian Dillig wird neuer Dirigent. Joachim Nopper mußte wegen Krankheit aufgeben.

22.12.1996
Das traditionelle Adventskonzert wurde als Benefizkonzert für die Klinik für Tumorbiologie in Freiburg veranstaltet. Es wurden DM 3252.- an Spenden eingenommen, die wir dem Breisgauer Sängerbund für sein Gesamtprojekt zur Verfügung stellten (Gesamterlös rund DM 220.000.-).
Bei diesem Konzert wurde Joachim Nopper zum Ehrendirigenten ernannt.

05.04.1998

Kirchenkonzert zum 95jährigen Jubiläum. Mitschnitt des Konzertes für eine CD.

18.02.2002
Gründung eines Frauen-Projektchores zum 100jährigen Jubiläum.

24.02.2002
Albert Lickert wird neuer 1. Vorsitzender, er löst Hanspeter Prögel ab, der nach 35 Jahren sein Amt aufgab.

Viele Jahre bestanden und bestehen freundschaftliche Beziehungen zum Rheinischen Doppelquartett Krefeld, Cäcilia Krefeld-Fischein (von unserem ehemaligen Ehrenmitglied Kurt Schwietzke vermittelt), zum Werkschor Schlafhorst aus l]bach-Palenberg (verantwortlich Hans Berris) und der Bramfelder Liedertafel aus Hamburg (begonnen mit Kurt Krause, langjähriger Gast im Glottertal).
Viele schöne Stunden hatten und haben wir mit unseren Sangesfreunden.

Verdiente Sänger unseres Chores erhielten die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.
Es sind dies Josef Feser, Albert Lickert, Hanspeter Prögel und Josef Reichenbach.



 

  Die Vorsitzenden des Chores

seit 2015 Heinrich Würzburger
2013-2015 Angelika Elbracht
2010-2013 Hanspeter Prögel
2008-2010 Herbert Kotterer
2002-2008 Albert Lickert
1967-2002 Hanspeter Prögel
1951-1967 Hans Prögel
1949-1951 Hans Fischer
1947-1949 Josef Würzburger
1938-1940 Josef Würzburger
1937-1938 Fritz Fischer
1937-1937 Ernst Wernet
1936-1937 Josef Lindinger
1934-1936 Otto Muckle
1933-1934 Wilhelm Beck
1932-1933 0tto Muckle
1931-1932 Josef Wisser
1928-1930 Josef Volk
1927-1928 Hugo Kapp
          Alterspräsident
1925-1927 Rudolf Müller
1923-1925 Josef Würzburger
          Ehrenvorsitzender
1921-1923 Josef Lindinger
1908-1914 Karl Linder
1907-1908 Josef Linder
          Ehrenmitglied
1905-1907 Karl Linder
1903-1905 August Linder,
          Gründungsvorsitzender